13.03.2013: Vom 17. bis 20. Jahrhundert: Hebammen in Enslingen, Gaisdorf und Schönenberg

Die Hebammen in Enslingen, Gaisdorf und Schönenberg sind das Thema von Christa Bauer und Liselotte Kratochvil am 13. März 2013, 20.00 Uhr im Gasthaus „Krone“ Enslingen.  Erläuterungen zu den Bild- und Textbeiträgen folgen.

Hebammen in Enslingen, Gaisdorf und Schönenberg
Enslingen, Gaisdorf und Schönenberg im Amt Kocheneck zur Zeit der Reichsstadt Hall

Christa Bauer:

1832: Die Tochter von Johann und Rosine Firnkorn wird „wegen Schwäche gleich nach der Geburt jachgetauft“. Die Hebamme Bauer in Enslingen war zu diesem Zeitpunkt 49 Jahre alt. Bis zu ihrem 62. Lebensjahr leistet sie ihre Dienste.

1845: Jetzt wird die 30jährige Ludwigin  dienstverpflichtet, zugleich dringt das kirchliche Oberamt auf ihre Aufnahme in der öffentlichen Hebammenschule. Nach ihrem Tod wird die 24 jährige Magdalene Ludwig „vom Stiftungsrat als die tauglichste befunden“. Durch ihren Tod 1871 wird die Stelle erneut ausgescchrieben. Jetzt stehen 4 Bewerberinnen zur Wahl, zu Zug kommt schließlich die 28jährige Barbara Baumann, da sie „eine größere Bildungsfähigkeit an den Tag“ legt.  1910 wird die Hebamme Barbara, verheiratete Brenner für eine staatliche  Präumie nach 39 Dienstjahren vorgeschlagen. Ein Jahr später stirbt sie im Alter von 68 Jahren „plötzlich um Mittag, nachdem sie Vormittags noch Dienst getan hatte“ . Die Mutter dieses Kindes wird – gerade 21 Jahre alt –  ihre Nachfolgerin.  Rosine Däuber ist über die Zeit des Nationalsozialismus die Hebamme vor Ort.  Während ihrer Krankheit und nach ihrem Tod 1949 legt ds Gesundheitsamt Vertretungen fest. Die Zuständigkeiten wechseln. 1962 erfolgt eine Neueinteilung vom Landratsamt Schwäbisch Hall.

Die persönliche Biografie, Begleitumstände durch die Verwaltung, Versicherung und mühsam errungene Teuerungszulagen, als auch die Kriterien bei der Bewerbung sorgen für Turbulenzen. Im 1. Weltkrieg, Inflation und im Dritten Reich stehen neue Probleme ins Haus. Der Übertritt der Hebamme Rosine in die neuapostolische Kirche schlägt hohe Wellen.

Unabhängig davon kommen Kinder zur Welt. In der Gemeinde Enslingen wurden zwischen 1846 – 1911 jährlich 18 Kinder getauft (ziemlich konstante Zahlen, geringe Abweichungen). Ab Januar 1938 gab es ab dem 4. Kind ein Ehrengeschenk von der Gemeinde. 1945 wurde nur 1 Kind getauft.